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Die Zukunft im Weinausschank

Britischer Weinhändler vermarktet nachhaltig in Edelstahl-KEGs und reduziert CO2-Fußabdruck um 96 Prozent

Weine sind äußerst beliebt. Sie haben sowohl im privaten Bereich, in der Event-Branche, in Bars als auch in der Gastronomie einen hohen Umsatzanteil. Für ein uneingeschränktes Geschmackserlebnis ist die richtige Verpackung ein entscheidendes Kriterium. Endverbraucher beziehen Wein traditionell als Flaschenware. In Produktion, Handel und Gewerbe sind größere Gebinde üblich. Immer häufiger werden kleine Fässer, sogenannte KEGs, präferiert. Für die Abfüllung von Wein in Edelstahl-KEGs gibt es viele gute Gründe. Das Material Edelstahl ist geschmacksneutral und wird von Fruchtsäuren nicht beeinträchtigt. Eine Verdunstung und damit einhergehende Konzentration des Inhalts sind ausgeschlossen. Wird die weinspezifische Lager- und Serviertemperatur eingehalten, dann bleibt die Sensorik-Sensibilität über die Haltbarkeitszeit unverändert. Neben der Geschmacksneutralität sind Kreislaufwirtschaft, Hygiene, Transport- und Lagerfähigkeit entscheidende Kriterien, weshalb KEGs aus Edelstahl nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch oftmals die beste Wahl sind.
 
Die Tradition und Geschichte von KEGs ist unbestritten mit Bier verbunden. Die Erkenntnis, dass die Edelstahlfässer auch als Verpackung für andere Getränke geeignet sind, setzt sich langsam, aber zunehmend durch. Infolge der Anpassung des Treibgases auf Stickstoffgemisch, welches den Inhalt nicht aufkarbonisiert, können KEGs heute auch für stille alkoholische sowie alkoholfreie Getränke verwendet werden. In Deutschland ist Wein das zweitbeliebteste Getränk in der Gastronomie, nach Bier, während beispielsweise in Frankreich und Luxemburg Wein bevorzugt wird. In Großbritannien hält sich der Konsum von Bier und Wein in etwa die Waage. 

Mehrweg-Großbinde für die gesamte Wertschöpfungskette

In London hat sich Ende 2019 Borough Wines als erster Anbieter von Wein in Mehrweg-KEGs zu einem auf den Großhandel fokussierten Unternehmen entwickelt. Angeboten werden nachhaltige Weine. Mit den Qualitäts- und Umweltvorteilen von Wine-on-Tap möchte das Unternehmen eine Revolution des Nachfüllens auslösen. Das erklärte Ziel: Tonnen an Glasflaschen, Plastik und Pappe aus Bag-in-Box und anderen nicht wiederbefüllbaren Gebinden sollen eingespart werden. 

Der Wein wird in Mehrweg-Großgebinden von ökologisch orientierten, unabhängigen Winzern angeliefert. Die Abfüllung in die zur Distribution geeigneten Gebinde erfolgt bei Borough Wines. Viele der geführten Weinspezialitäten sind biologisch und vegan zertifiziert, wobei „natürliche" und biodynamische Weine einen hohen Stellenwert haben. Hinter all diesen Ansätzen steht ein echtes Engagement für Nachhaltigkeit, die laut Borough Wines zu einem Indikator großer Weine geworden ist. 

Auf der Suche nach Innovationen hat Borough Wines die Wertschöpfungskette SustainableWineSolutions entwickelt, um den Bedürfnissen des Handels nach nachhaltigen Weinen gerecht zu werden. Ein wesentliches Bindeglied zum Markt ist natürlich die Verpackung der Ware. Hierfür wurde in eine neue Abfüll- und Reinigungsanlage auf der Greenwich Halbinsel investiert. Diese ermöglicht den Kreislauf im Abfüllprozess zu schließen und ein proprietäres Mehrwegsystem zu etablieren. 

In 2020 führte der Großhändler das Zero-Waste-Weinsortiment ein. Jeder teilnehmende Winzer hat sich verpflichtet, seine Abfälle zu minimieren und ausschließlich umweltverträgliche Techniken für den Weinanbau und die Weinherstellung anzuwenden. Labels wie Artisan, Women Winemakers & Organic zeichnen Winzer aus, die sich für Ausgewogenheit, Qualität und Nachhaltigkeit bei ihren gesamten Produktions- und Vertriebsprozessen einsetzen. Das Angebot ist vielfältig: vom hochwertigen Hauswein aus dem Bistro-Sortiment bis hin zu einem erstklassigen Bordeaux im 225er-Sortiment von Damien Barton.

Vorteile in der Gastronomie

Infolgedessen hat sich das Team von Borough Wines für das stapelbare Junior PLUS KEG von SCHÄFER Container Systems entschieden, um in Restaurants und Weinbars Rotwein in Fässern auszuschenken und damit Flaschen zu ersetzen. Die gewählte Schlank-Form in der Gebindegröße 20,5 Liter zeichnet sich durch geringes Eigengewicht von unter vier Kilogramm und für das Personal handlichen Außenmaßen aus.

In der Tat profitiert insbesondere die Gastronomie von den Vorteilen der kleinen Fässer. Gastwirte können den Ausschank mit geringem Aufwand von der Flasche auf Zapfanlagen umstellen. Durch eine entsprechende Anlage mit integriertem Zählwerk ist eine exakte Portionierung und Abrechnung möglich. Ebenso ergeben sich logistische Vorteile: Edelstahl-KEGs schützen ihren Inhalt vor Licht- und Sonnenstrahlung – es besteht ein 100-prozentiger UV-Schutz. Die Unempfindlichkeit von Edelstahl-KEGs gegenüber Transportschäden ist einzigartig. Glasbruch ist ausgeschlossen. Manche Fässer haben durch ihre Bauart einen Stoßdämpfereffekt – bei etwaigen Kollisionen wird das Fass geschont.  

Außerdem sind Fässer effizienter zu lagern als Flaschen. Sie optimieren die Raumnutzung – in Bezug auf Volumeninhalt pro Kubikmeter – im Lager und beim Transport. Die optimierte Stellfläche kommt auch den Gastronomen zugute: der geringe Platzbedarf ermöglicht eine größere Getränkevielfalt am Point of Sale.

Werden die Getränkebehälter über Barcodes, NFC-Transponder oder RFID-Tags digital gekennzeichnet, wie es SCHÄFER anbietet, erleichtert dies die Nachverfolgbarkeit der Gebinde. Auf diese Weise können mit gängigen mobilen Geräten Befüllungsdaten festgestellt und Inventuren zeitsparend durchgeführt werden.

Junior PLUS KEG mit individuellem Branding

Mehrweg-KEGs revolutionieren die Weinvermarktung

Ein generell an Bedeutung zunehmender Aspekt ist die Nachhaltigkeit in der Weinvermarktung. Edelstahl-KEGs haben bei sachgemäßer Behandlung und sechs Umläufen pro Jahr eine durchschnittliche Lebensdauer von 30 Jahre. Ein 20 Liter KEG ersetzt 27 Flaschen à 0,75 Liter. Das entspricht 17 Kilogramm Altglas, welches pro KEG-Füllung vermieden wird. Folglich entsteht durch die Kreislaufwirtschaft eine nachweislich geringere CO2-Emmission als bei der Neuproduktion von Einweg-Gebinden, wie etwa der Weinflasche. 

Über einen Zeitraum von 20 Jahren ist der CO2-Fußabdruck eines KEGs im Vergleich zu Glasflaschen um 96 Prozent geringer, in absoluten Werten ein Äquivalent von 28 Bäumen. Außerdem wird in diesem Zeitraum mit nur einem Mehrweg-KEG über eine Tonne Abfall vermieden. Zumal viele Edelstahl-KEGs zu 100 Prozent recyclingfähig sind. Die Abfallersparnis innerhalb 20 Jahren beim Einsatz eines KEGs mit acht Umläufen pro Jahr ist in dieser Abbildung dargestellt.

Abfallersparnis innerhalb 20 Jahren beim Einsatz eines KEGs mit acht Umläufen pro Jahr:

 

In einer Fallstudie bezieht sich Borough Wines auf ein durchschnittliches britisches Restaurant, welches pro Woche Wein mit einem Volumenäquivalent von 350 Weinflaschen an Gäste ausschenkt: 100 Liter in Wein-KEGs, 90 Liter Wein in Mehrwegflaschen mit einer Rückgaberate von 80 Prozent und zusätzlich 60 Liter in traditionellen Weinflaschen. Über ein Jahr ergibt diese Gebindemischung, gegenüber Einwegflaschen, eine Einsparung von fünf Tonnen Altglas und eine halbe Tonne Kartonage. Hochgerechnet auf 100 Restaurants kalkuliert Borough Wines eine CO2-Einsparung von 380 Tonnen pro Jahr. 

Nachhaltigkeit ist auch ein Grund, weshalb SCHÄFER Container Systems grundsätzlich alle KEGs mit einer Fassblase aus Edelstahl fertigt. Bei der PLUS KEG Produktreihe ist diese mit einem robusten Polyurethanmantel (PU-Mantel) verbunden. Durch den PU-Mantel entsteht ein Dämpfungseffekt gegenüber Stößen, welcher mit einem geräuscharmen Handling einhergeht. Die KEGs sind voll- oder teilummantelt erhältlich und mit allen gängigen Muffen und Fittingtypen kompatibel. 

Die Farbgebung ist individuell wählbar. Ergänzt mit einem Logo unterstützt das KEG-Design die Markenbotschaft und das Getränkeimage des Weinlieferanten. Dem individuellen Branding sind kaum Grenzen gesetzt. Insbesondere das robuste Inmould-Labelling ist beliebt. Auch das ist ein zentrales Kriterium bei der Vermarktung von Weinen. 

PLUS KEGs bieten mit Stickstoffgemisch als Zapfgas ideale Bedingungen für Rot- und Weißweine. Der abgefüllte Wein bleibt bei vorgeschriebener Lager- und Serviertemperatur bis zur vollständigen Genbindeleerung frisch. Etwaige Restmengen sind unter vollständigem Sauerstoffausschluss sicher verpackt. Eine unerwünschte Oxidation des Weines ist ausgeschlossen.

Als Zapfgas dient ein für den Wein spezielles Stickstoffgemisch. Ein Aufkarbonisieren ist nicht notwendig. Folglich bleibt die ursprüngliche Sensorik zum Zeitpunkt der Abfüllung unverändert erhalten. Die gleiche Ausrüstung kann auch für Schaumweine verwendet werden. In diesen Fällen kommen andere Treibmittel zum Einsatz, mitunter ist hier Kohlenstoffdioxid durchaus erwünscht. 

Außerdem können Edelstahl-KEGs sowohl von innen als auch außen vollständig gereinigt werden. Das Ablösen von Weinstein ist simpel und kann umweltschonend über die Temperaturschockmethode erfolgen. Hierbei wird das Edelstahl-KEG mit Wasserdampf gedämpft und anschließend mit kaltem Wasser gespült. Aufgrund des Temperaturunterschieds entstehen im Weinstein Spannungen, woraufhin sich dieser vom Edelstahl löst. Eine Schädigung der Edelstahlbehälter, wie sie bei Holzfässern üblich ist, wird somit ausgeschlossen. 

Vorsprung durch KEGs 

Mehrweg-KEGs aus Edelstahl sind für den Fachhandel und das Gastronomiegewerbe ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Sie haben viele Pluspunkte gegenüber Gebinden aus Kunststoffen, Glas oder Holz. Gleichbleibend hohe Qualitätsstandards, Praktikabilität und Brandingmöglichkeiten sowie Nachhaltigkeit durch jahrzehntelange Mehrfachnutzung und vollständiges Recycling am Ende des Lebenszyklus zeichnen sie aus. Folglich sind Mehrweg-KEGs aufgrund ihres praktischen Nutzens und den ökonomischen Vorteilen in der Weinvermarktung nicht mehr wegzudenken.

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