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Mit dem Zweiten zapft man besser!

Die Kieler Brauerei Lille will bis 2022 das bekannteste Bier der Region werden

Lillebräu aus Kiel wurde auf dem Deutschen Brauertag symbolisch als 1.500. Brauerei in Deutschland ausgezeichnet. Das wirklich Besondere ist aber das Ziel der Brauerei und das Tempo, mit dem es angegangen und bislang verwirklicht wird: Bis 2022 wollen die Gründer und Geschäftsführer Florian Scheske und Max Kühl ihr Lille zum bekanntesten Bier aus und für Kiel machen und den zweiten Hahn in der heimischen Gastronomie belegen. Um das zu erreichen, setzen sie auf Qualität, regionale Kooperationen, Nachhaltigkeit und auf die Studentenstadt Kiel selbst.

„Lille“ ist dänisch und bedeutet klein. So startete die Brauerei auch im Jahr 2015, als kleines Craft-Bier-Vorhaben. Scheske und Kühl haben, zu diesem Zeitpunkt noch als Studenten, aus einer Passion heraus das Projekt gestartet. Es etablierte sich schnell weiter zu einem Stadtbier. Zunächst wurde Lille noch als sogenanntes Kuckucks-Bier in anderen Brauereien gebraut, bis im Oktober 2018 eine eigene in Kiel eröffnet wurde. Der Anspruch an die Qualität ist geblieben, ebenso die Philosophie. „Klein“ steht heute allerdings eher für den Bereich, in dem Rohstoffe beschafft und Partner gefunden werden.

„Es ist ökologisch schlichtweg sinnvoller überwiegend in einem Umkreis von 100 km um Kiel zu agieren. Und es geht uns darum, dass wir uns mit Kiel identifizieren. Unser Bier soll von hier sein. Entsprechend sind wir sehr dankbar für die Akzeptanz in unserer Heimatstadt. Das bestätigt uns in unserer Verbundenheit“, sagt Scheske. „Daher ist unser Ziel auch zum bekanntesten Bier der Region zu werden“, ergänzt Kühl. „Versperren wollen wir uns aber nicht. Lille kann im Großraum Kiel im gehobenen Einzelhandel und vereinzelt auch in Craft-Bier-Stores in Berlin und Hamburg gekauft werden.

Aus Freude am Brauen

Ein durchaus ambitioniertes Ziel, bedenkt man die Ursprünge Lilles! Während ihres Industrie- beziehungsweise Kommunikations-Design-Studiums lernten sich die beiden kennen. Nach ausgedehnten Exkursionen nach Australien, die USA und Chile, ist die Leidenschaft Scheskes und Kühls für Craft Bier noch weiter gewachsen. Aus Freude an der Sache brauten sie dann gemeinsam ihr erstes Bier. „Lille gäbe es heute nicht, hätten wir nicht privat ein Faible für Genussthemen gehabt. Wir haben uns schon immer für gutes Essen und regionale, nachhaltige Produkte interessiert. Damals haben wir sogar einen gemeinsamen Kochclub gegründet und uns regelmäßig zum Kochen und natürlich Essen mit Freunden getroffen“, erinnert sich Scheske.

Der Hintergedanke war zu diesem Zeitpunkt ein eigenes Bier mit einem eigenen Geschmack, weniger die Absicht eine Brauerei zu gründen. Diese Idee folgte später: Der Markt war dünn mit regionalen Produkten besetzt. Gleichzeitig schmeckte das Bier auch anderen. So erkannten die Brauherren die Möglichkeit, die Heimat mit einem hiesigen Produkt zu erobern und gründeten kurzerhand Lille. Kühl: „Wir hören oft: Klar, zwei Designer gründen eine Brauerei. Hier geht es nicht um Bier, sondern darum, die Marke bekannt zu machen. Natürlich geht mit dem Studium ein technisches Verständnis und Know-how für Produktdesign einher. Aber das Bier steht nicht an zweiter Stelle. Im Gegenteil. Lille wurde ausschließlich durch Empfehlungen bekannt. Das Design und der Gedanke des professionellen Vermarktens kam erst, als wir schon viele, bis heute etablierte Kundenstrukturen aufgebaut hatten.“

Mittendrin statt nur in der Region

Um den Traum der eigenen Brauerei in Kiel umzusetzen, folgten Gespräche mit Banken sowie ein Crowdfunding. Am 26. Oktober 2018 konnte die Brauerei ihren Betrieb dann starten. Teil der Brauerei ist auch ein Schankraum für Verkostungen, Brauereiführungen oder Feiern. Er fasst knapp 60 Sitzplätze beziehungsweise 100 Gäste, die aus zehn Zapfhähnen mit Fassbier direkt aus KEGs versorgt werden. Kühl: „Unser Ausschank ist komplett offen. Es war uns sehr wichtig, dass unsere Gäste den Prozess des Brauens am Ort des Geschehens auch voll transparent erleben können. Das unterstreicht die Leidenschaft unseres Handwerks.“ Daneben steht ein Food-Truck, hier werden ausschließlich regionale Spezialitäten angeboten. Auch das soll den Geschmack Kiels transportieren und treiben.

Nicht umsonst wurde Lille 2018 vom Deutschen Brauer-Bund geehrt. „Eine Auszeichnung, die durchaus nicht nur an süddeutsche Brauereien vergeben werden kann“, freut sich Scheske. Auch sonst bringen die Jungbrauer ihr Bier erfolgreich an ihre Fans. Bei den Berliner Festivitäten zum Tag der Deutschen Einheit präsentierten sie Lille als das Bier Schleswig-Holsteins. Seit 2018 sind sie zudem Partner des seit 30 Jahren etablierten Gourmetfestivals Schleswig-Holstein. Es dauert von September 2018 bis März 2019. Die teilnehmenden 17 Restaurants und Hotels bieten in insgesamt 34 Veranstaltungen Galaabende inklusive anspruchsvoller Küche und Tafelkultur. Unter anderem kombinieren sie hochwertige Küchenkreationen mit Bier.

Der Plan ist, bis 2020 die regionale Präsenz weiter auszubauen. Lille soll in Norddeutschland und besonders in Kiel weiter etabliert werden. Das Ziel für 2022 ist ambitionierter. „Größere Brauereien wie Becks belegen oft den ersten Hahn. Das ist ok, aber: Vormals gab es 120 Brauereien in Kiel. Seit 1993 sind wir die erste neu gegründete Brauerei. Stellvertretend für die Stadt wollen wir diese ehemalige Braukultur wiederaufleben lassen. Durch hochwertige Rohstoffe und eine neue Auseinandersetzung mit Geschmack wollen wir das Bier sein, das qualitätsprägend ist. Lillebräu wird bis 2022 den zweiten Hahn besetzen“, erklärt Scheske.

 

Nachhaltig verpackt

Lille wäre nicht Lille, würde es die Lebensweise der Region nicht repräsentieren. Der Fokus der Stadt Kiel liegt beispielsweise auf Nachhaltigkeit. „Von den grob 250.000 Einwohnern Kiels sind rund 35.000 Studierende. Und jeder fährt Rad. Dieses Umweltbewusstsein spiegelt unsere Einstellung wider. Auch was das angeht, gehören wir hier her“, sagt Kühl und spielt auf Nachhaltigkeit an. „Mit dem Bau der eigenen Brauerei haben wir uns entschlossen, auf die betriebswirtschaftlichen und ökologischen Argumente eines eigenen Mehrweg-KEG-Bestandes zu setzen. Mehrweg-KEGs sind nahezu unendlich wiederverwertbar. Bei richtiger Pflege und Nutzung weit über 30 Jahre. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten aus beispielsweise Etikettierungsprozessen. Durch diese Mehrfachnutzung ist die CO2-Emmission deutlich geringer als bei der Neuproduktion von Einweg-Gebinden. Gleichzeitig sind KEGs am Ende zu 100 Prozent recyclingfähig.“

Scheske: „Und dann kommt doch der Designer in uns zurück: Mehrweg-KEGs aus Edelstahl sind nicht nur der einzige Weg als ökologisch-nachhaltig handelnde Brauerei wahrgenommen zu werden. Sie begünstigen unser unternehmerisches Ziel, die Präsenz in der heimischen Gastronomie auszubauen.“ Lille kooperiert seit September mit SCHÄFER Container Systems und bezieht je 100 Fässer ECO KEGs als Standard- und Schlank-KEGs, sogenannte junior ECO KEGs, in Gebinden zu je 20,5 beziehungsweise 30 Litern. Die Mehrweg-KEGs haben allgemein einen entscheidenden Vorteil: die Vielfältigkeit der Branding-Möglichkeiten. Kühl und Scheske nutzen zur Darstellung von Marken und Logo die elektrochemische Signatur. Ein Branding, das sich quasi nicht abnutzen lässt. „Und das ist dann wieder nachhaltig“, lacht Kühl.

 

www.schaefer-container-systems.de

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Pressekontakt

Julia Niederer

Marketing