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Kunden verstehen. Lösungen entwickeln. Vertrauen schaffen.

04.08.2026 (Zuletzt aktualisiert: 22.07.2026)

Interview mit der Geschäftsführung der SCHÄFER WERKE Gruppe

Gute Beziehungen entstehen nicht allein durch Produkte, Leistungen oder Verträge. Sie wachsen durch echtes Verständnis, durch gemeinsame Entwicklung und durch Vertrauen, das sich im Alltag immer wieder bewährt. Für die SCHÄFER WERKE Gruppe bedeutet Kundenzentrierung deshalb mehr als Nähe zum Markt: Es geht darum, Anforderungen genau zu verstehen, daraus tragfähige Lösungen zu entwickeln und langfristige Partnerschaften aufzubauen. Mit Kunden, Technologiepartnern, Vertriebspartnern und weiteren Wegbegleitern.

Im Gespräch geben Michael Mockenhaupt, Marcus Düber und Dr.-Ing. Sebastian Nollau Einblicke in das Selbstverständnis der SCHÄFER WERKE Gruppe und ihrer Geschäftsbereiche: darüber, wie Dialog zu Innovation wird, warum persönliche Nähe auch in einer digitalen Welt unverzichtbar bleibt und wie aus verlässlicher Zusammenarbeit Vertrauen entsteht.

1. Das Motto lautet „Kunden verstehen. Lösungen entwickeln. Vertrauen schaffen.“ Was bedeutet das für Sie ganz konkret?

Michael Mockenhaupt:
Für mich beschreibt dieses Motto sehr gut, wie erfolgreiche Zusammenarbeit beginnt. Am Anfang steht nicht das Produkt oder der Service, sondern das Verständnis für den Kunden: Was ist die konkrete Herausforderung? Welche Ziele verfolgt der Kunde? Welche Anforderungen ergeben sich aus seinem Markt, seinen Prozessen oder seiner Anwendung? Erst wenn wir das verstanden haben, können wir eine Lösung entwickeln, die wirklich passt.

Marcus Düber:
Wichtig ist dabei, dass Verstehen kein einmaliger Schritt ist. Anforderungen verändern sich, Märkte entwickeln sich weiter, Technologien eröffnen neue Möglichkeiten. Deshalb verstehen wir Kundenzentrierung als kontinuierlichen Dialog. Daraus entstehen Lösungen, die über eine reine Standardleistung hinausgehen.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Und Vertrauen entsteht dann, wenn Kunden erleben: Wir hören zu, denken mit und handeln verlässlich. Vertrauen kann man nicht voraussetzen, man muss es sich im täglichen Miteinander erarbeiten. Durch klare Kommunikation, Qualität, Termintreue und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

2. Wie gelingt es, Kunden und Partner wirklich zu verstehen?

Michael Mockenhaupt:
Jeder direkte Kontakt mit unseren Kunden ist für uns wertvoll, ganz gleich ob persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Denn in jedem Gespräch erfahren wir mehr darüber, was unsere Kunden bewegt, welche Anforderungen sie haben und welche Entwicklungen für sie wichtig werden. Neben diesem kontinuierlichen Austausch schaffen wir auch gezielt Formate, die den Dialog vertiefen.

Ein gutes Beispiel ist unser EMW Stahl-Dialog. Dort geht es bewusst nicht nur um einzelne Aufträge oder konkrete Projekte, sondern um den Austausch über Marktentwicklungen, technische Anforderungen und Herausforderungen in der Branche. Solche Formate helfen uns, die Perspektive unserer Kunden besser zu verstehen und Entwicklungen frühzeitig einzuordnen.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Auch unsere Messeteilnahmen in den Geschäftsbereichen sind dafür sehr wertvoll. Dort kommen wir mit Kunden, Interessenten und Partnern direkt ins Gespräch. Wir sehen, welche Themen aktuell im Markt diskutiert werden, welche Fragen wiederkehren und wo sich neue Anforderungen abzeichnen. Das ist ein wichtiger Gradmesser für Kundennähe.

Marcus Düber:
Verstehen heißt aber auch, die richtigen Fragen zu stellen. Manchmal liegt die eigentliche Herausforderung nicht sofort auf der Hand. Gerade bei komplexen Anwendungen ist es wichtig, genau hinzuhören, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam mit dem Kunden herauszuarbeiten, welche Lösung langfristig sinnvoll ist.

3. Wann wird aus Kundendialog konkrete Lösungskompetenz?

Michael Mockenhaupt:
Dann, wenn wir Anforderungen nicht nur aufnehmen, sondern in Entwicklung übersetzen. Ein gutes Beispiel sind gemeinsame Produktentwicklungen mit Kunden und Partnern. Im Bereich Lochbleche zeigt beispielsweise PerfPRO, wie aus spezifischen Markt- und Anwendungsanforderungen eine innovative Lösung entstehen kann.

Auch unser verifiziertes Emissionsmanagement EMW SCALE ist aus dem Markt heraus entstanden: Aus Gesprächen mit Kunden und dem klaren Bedarf nach flexiblen, bedarfsgerechten Lösungen wurde ein Modell entwickelt, das genau auf diese Anforderungen einzahlt. Ziel ist es, Kunden nicht nur mit Produkten zu versorgen, sondern ihnen ein Angebot zu machen, das ihre tatsächliche Nachfrage, ihre Prozesse und ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Das zeigt sehr konkret, was Kundenzentrierung für uns bedeutet: zuhören, verstehen und daraus Lösungen entwickeln, die im Markt echten Mehrwert schaffen.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Auch in anderen Geschäftsbereichen gehen wir den Schritt der partnerschaftlichen Entwicklung. Die Lösung Protecta Cool Rack wurde von SCHÄFER IT-Systems gemeinsam mit Spirotech entwickelt. Solche Projekte zeigen, dass Innovation häufig dort entsteht, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen: technisches Know-how, Marktverständnis und der Blick auf konkrete Kundenanforderungen.

Im Bereich SCHÄFER Container Systems sehen wir diesen Ansatz ebenfalls bei unseren smarten IBCs. Die Logger wurden gezielt auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten, insbesondere mit Blick auf Sicherheit, Effizienz und Transparenz in ihren Containerflotten. Entscheidend war dabei der enge Austausch mit Kunden und Partnern: So entstand eine Lösung, die praxisnah entwickelt wurde und im täglichen Einsatz echten Mehrwert bietet.

4. Wie wichtig ist Verlässlichkeit, wenn Kunden individuelle Lösungen erwarten?

Marcus Düber:
Verlässlichkeit zeigt sich besonders dann, wenn es anspruchsvoll wird: wenn Termine eng sind, Anforderungen sich verändern oder Märkte unter Druck geraten. Gerade in solchen Situationen merken Kunden sehr genau, ob sie sich auf einen Partner verlassen können.

Michael Mockenhaupt:
Für uns heißt Verlässlichkeit, transparent zu kommunizieren, realistische Aussagen zu treffen und Zusagen einzuhalten. Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, gehört es genauso dazu, frühzeitig ins Gespräch zu gehen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Bei individuellen oder gemeinsam entwickelten Lösungen ist Verlässlichkeit besonders wichtig. Wenn mehrere Fachbereiche, Partner oder Kundenteams beteiligt sind, braucht es klare Abstimmung, verbindliche Entscheidungen und ein gemeinsames Verständnis des Ziels. Verlässlichkeit bedeutet dann nicht nur, am Ende ein Produkt zu liefern, sondern den gesamten Weg dorthin professionell zu begleiten.

5. Welche Rolle spielt persönliche Nähe in einer zunehmend digitalen Geschäftswelt?

Marcus Düber:
Digitale Kommunikation ist heute selbstverständlich. Sie macht vieles schneller, einfacher und transparenter. Aber sie ersetzt nicht das persönliche Verständnis füreinander. Gerade wenn Anforderungen komplex sind, bleibt der direkte Austausch entscheidend.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Persönliche Nähe bedeutet für uns nicht zwingend, dass jedes Gespräch vor Ort stattfinden muss. Es bedeutet, erreichbar zu sein, die Situation des Kunden zu kennen und verbindlich zu kommunizieren. Gleichzeitig schaffen persönliche Begegnungen eine besondere Form von Transparenz. Deshalb laden wir Kunden und Partner etwa im Rahmen von Werksbesichtigungen auch zu uns vor Ort ein. Dort können sie unmittelbar erleben, wie wir arbeiten, welche Prozesse hinter unseren Lösungen stehen und welche Menschen Verantwortung übernehmen.

Michael Mockenhaupt:
Kundenkontakt geht bei uns auch über das rein Geschäftliche hinaus, zum Beispiel bei informellen Veranstaltungen im Rahmen von Messen. Dort stehen nicht nur Produkte, Projekte oder konkrete Anfragen im Mittelpunkt, sondern auch der persönliche Austausch abseits des Tagesgeschäfts. Solche Begegnungen haben eine besondere Qualität: Sie schaffen Vertrauen, weil man einander besser kennenlernt und die Perspektive des anderen besser versteht.

6. Was bedeutet langfristig denken im täglichen Kunden- und Partnerkontakt?

Marcus Düber:
Langfristig denken heißt, nicht nur auf den schnellen Abschluss zu schauen. Es bedeutet, Entscheidungen so zu treffen, dass sie auch morgen noch für den Kunden, für Partner und für uns als Unternehmen Bestand haben.

Michael Mockenhaupt:
Im täglichen Kontakt zeigt sich das ganz praktisch. Wir möchten Lösungen anbieten, die zur Anwendung passen, wirtschaftlich sinnvoll sind und zuverlässig funktionieren. Dazu gehört auch, ehrlich zu beraten, wenn eine andere Lösung besser geeignet ist oder wenn ein Weg nicht zielführend wäre.

Ein Beispiel für langfristiges Denken ist auch die Integration von OKS in die SCHÄFER WERKE Gruppe. Damit stärken wir unsere Kompetenzen im Stahl-Service und erweitern unsere Möglichkeiten, Kunden noch passgenauer zu bedienen. Solche Schritte entstehen nicht aus kurzfristigen Überlegungen, sondern aus dem Anspruch, Leistungsfähigkeit, Marktnähe und Zukunftsfähigkeit nachhaltig weiterzuentwickeln.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Langfristiges Denken bedeutet außerdem, Beziehungen aktiv zu pflegen und Entwicklungen kontinuierlich im Blick zu behalten. Nicht jedes Thema wird sofort zu einem Projekt. Aber regelmäßiger Austausch hilft, Chancen früh zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

7. Welche Bedeutung haben Partnerbeziehungen für den zukünftigen Erfolg?

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Partnerbeziehungen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Nicht jede Lösung entsteht allein im eigenen Unternehmen. Gerade bei technologischen Entwicklungen oder neuen Geschäftsmodellen ist es wichtig, Kompetenzen sinnvoll zu bündeln.

Bei SCHÄFER IT-Systems zeigt sich das zum Beispiel in der Systemhauskampagne. Ziel ist es, passende Partner für gemeinsamen Markterfolg zu finden. Hier geht es nicht nur um Vertrieb, sondern um ein gemeinsames Verständnis von Markt, Kundenanforderungen und Lösungskompetenz.

Michael Mockenhaupt:
Auch im Stahl-Service zeigt sich, wie wichtig starke Strukturen und ergänzende Kompetenzen sind. Mit der Integration von OKS führt EMW zusätzliche Erfahrung, gewachsene Kundenbeziehungen und ein erweitertes Portfolio zusammen. Für unsere Kunden bedeutet das: Wir bündeln Kompetenzen, und stärken unser Angebot im Sinne langfristiger Kundenbeziehungen. 

8. Was wünschen Sie sich für die Beziehungen der Zukunft?

Marcus Düber:
Ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft den Mut haben, offen miteinander zu sprechen. Gute Beziehungen entstehen nicht dadurch, dass man immer nur das Erwartete sagt, sondern dadurch, dass man ehrlich, fair und verbindlich miteinander umgeht. Gerade bei komplexen Anforderungen oder schwierigen Rahmenbedingungen schafft diese Ehrlichkeit Vertrauen und ist die Grundlage für Entscheidungen, die langfristig tragen.

Dr.-Ing. Sebastian Nollau:
Ich glaube, dass Beziehungen künftig noch stärker von gemeinsamer Entwicklung geprägt sein werden. Ob mit Kunden oder Technologiepartnern: Entscheidend ist, dass beide Seiten ihre Stärken einbringen und gemeinsam Lösungen schaffen, die praxisnah, effizient und marktfähig sind.

Michael Mockenhaupt:
Für uns als SCHÄFER WERKE Gruppe ist klar: Gute Beziehungen sind kein kurzfristiges Vertriebs- oder Projektthema. Sie sind Teil unseres Selbstverständnisses. Wir möchten Kunden und Partner verstehen, gemeinsam Lösungen entwickeln und Vertrauen schaffen – nachhaltig, verlässlich und mit Blick auf die Zukunft.